Traeume und Wahrheiten, Teil 1

Paraguay: die Sirene Suedamerikas - unerklaerbar anziehend, sagenumwoben und manchmal anders als ertraeumt


Paraguay umgibt ein dichter Nebel aus Halb- und Falschinformationen.

Die einschlaegigen Internet-Foren sind verseucht mit anonymen, selbsternannten Experten, Kennern und Universalgenies, die zu jedem Thema eine Meinung haben, auch wenn diese mit den Bedingungen und der Realitaet in Paraguay rein gar nichts zu tun haben.

Schauen Sie mal in so ein Forum rein, und Sie werden feststellen, dass auskunftsuchende Anfrager angepoebelt und brueskiert werden, Verleumdung, ueble Nachrede und Diskreditierung Andersdenkender auf niedrigstem intellektuellen Niveau gaengiger Konversationsstil sind und .... verifizierte Informationen suchen Sie dort in aller Regel vergeblich.

Damit hier kein falscher Eindruck entsteht: ich liebe Paraguay, und meine Entscheidung, nach Paraguay auszuwandern, war eine der wirklich wichtigen Entscheidungen in meinem Leben. Wir leben und arbeiten hier, haben hier Kinder und ein Heim. Wir sind hier gluecklich im Kreise unserer Familie und mit unseren Freunden, und ich wuerde niemals wieder zurueckgehen.

Ich weiss, dass die nachstehenden Kommentare dem einen oder anderen gegen den Strich gehen werden, dass dem einen oder anderen meine offene Art vielleicht nicht gefaellt. Mir ging es damals genauso, aber mittlerweile weiss ich, dass Mahnungen, die Augen offenzuhalten und sich die Dinge nicht schoen zu rechnen, angebracht sind.

Sie koennen in Paraguay Ihren Traum verwirklichen, wenn Sie einige Dinge wissen, bedenken und beherzigen. Vielleicht kann ich Sie mit meiner hier vorgestellten privaten Meinung ja vor der einen oder anderen Klippe bewahren oder Sie in Ihrer anfaenglichen Vorsicht bestaerken.

Was ich hier sage, ist meine persoenliche Erfahrung, die ich immer noch so erlebe, immer noch so erfahre, und die auch meine paraguayische Frau bestaetigt.

Wenn Sie also eine offene und ehrliche Einschaetzung zum Leben in Paraguay hoeren wollen, zumal von Leuten, die hier leben und ARBEITEN, so lesen Sie bitte ruhig weiter....

(Da diese Rubrik mittlerweile gut gewachsen ist, stelle ich hier noch ein kurzes Inhaltsverzeichnis der Ueberschriften voran:)

Themen unserer Reiselektuere "Traeume und Wahrheiten", Teil 1:
1. Das Leben in Paraguay ist so guenstig
2. Geschenkt ist noch zu teuer
3. Da kann ich dann schon irgendetwas arbeiten
4. Da brauche ich nicht viel zum Leben
5. Ich suche Schutz und Landsmannschaft anderer Deutscher
6. Meine Einwanderungsdokumente mache ich selber
7. Second Life
8. In Paraguay trennen sich viele Paare
9. Euphorie und Naivitaet schlagen Hirn und Skepsis
10. Betrogen?
11. Licht und Schatten
12. Eine Frage der Ehre

Themen unserer Reiselektuere "Traeume und Wahrheiten", Teil 2:
13. INDERT- oder IBR- oder Fiscal-Land
14. Unter Geiern
15. Drogen - Honi Soit Qui Mal Y Pense

Themen unserer Reiselektuere "Traeume und Wahrheiten", Teil 3:
16. Verwalter gesucht - Freiwillige vor!
17. Paraguayische Frauen
... weitere Themen folgen ...


Und los geht's:

1. Das Leben in Paraguay ist so guenstig

Falsch. Ist es eben nicht. Man sollte sich davor hueten, die Preise hier vor dem Hintergrund des Euro-Einkommens zu bewerten, das mit der Uebersiedlung nach Paraguay in vielen Faellen versiegt oder vom aktuellen Umtauschkurs abhaengig ist.

Die allermeisten Sachen hier sind im Verhaeltnis zum Einkommen (manchmal sogar absolut), und so muss man das realistischerweise betrachten, erheblich teurer als in Deutschland.
Der Mindestlohn betraegt hier beispielsweise (ab Juli 2017) 2.041.123 Guaranies pro Monat, und nur wenige bekommen den, wenn sie ueberhaupt ein Einkommen haben. Eine Haushaltsangestellte hat beispielsweise nur auf 60 % des Mindestlohnes (Gs. 1.224.674) Anspruch, und das bei 48 Arbeitsstunden in der Woche. Wie in den 50er Jahren in Deutschland.

Ein Liter Diesel kostet etwa 5.600 Guaranies (1,12 EUR), Super ca. 7.200 Gs (1,44 EUR). Ins Verhaeltnis gesetzt waere das in Deutschland bei einem Netto-Einkommen von 2.750 Euro ein Diesel-Liter-Preis von knapp 8,75 Euro. Zahlen Sie soviel? Ein Kilo Tomaten: 6.000 Gs bzw. (im Verhaeltnis) 9,40 Euro, 1 Liter Milch umgerechnet 4 Euro.
So muss man die Preise vergleichen. Alle anderen Vergleiche hinken, und man macht sich etwas vor.
Gravierender noch bei Strom (250.000 Gs/ca. (gewichtet) 390 Euro fuer eine normale Wohnung auf deutschem Standard mit Klima, PC, Gefrierkombi, Warmwasser, etc.) oder Kleidung (von ... bis, aber 400.000 Gs bzw. - gewichtet umgerechnet ca. 625 Euro fuer eine schoene Jeans und 150.000 Gs. und entsprechend 235 Euro fuer Kinderschuhe aus Argentinien oder Brasilien sind keine ungewoehnlichen Preise; man kauft i. d. R. auf Raten, die dann hin und wieder auch gezahlt werden.)

In diesem Zusammenhang passt sehr schoen, dass der 15. Geburtstag paraguayischer Maedchen wie eine kleine Hochzeit gefeiert wird. Wer nicht gerade auf dem Lande wohnt und sich in gewisser Weise der Gesellschaft zugehoerig fuehlt, schenkt a) ein Auto (ab 25.000.000 Gs/(gewichtet) knapp 40.000 Euro, absolut immerhin noch 5.000 Euro; eine Feier mit allem Drum und Dran (etwa der gleiche Preis) oder eine organisierte Reise von speziellen Anbietern ins Disneyland in Florida mit anschliessendem Badeurlaub auf den Bahamas (das kostet dann noch einen Tick mehr).

Sie brauchen nicht nachschauen... wir reden von Paraguay. Gewoehnen Sie sich schon einmal an diese Gegensaetze und Widersprueche! Wir wohnen in Villarrica, und hier ist das so. Sicher ist aber auch, dass Kinder, die entsprechend erzogen werden oder gar selbst schon mitarbeiten, diese Ansprueche nicht stellen.

Als Lehre daraus sollten Sie sich davor hueten, Ihr Kapital vorschnell zu investieren und lieber haushalten, die hiesigen hohen Zinsen von bis zu 16% (bei ebenfalls hoher Inflation von offiziell 7-8%) nutzen oder das Geld einfach bunkern, abwarten, lernen und anschliessend bewusst und ruhig agieren.

2. Geschenkt ist noch zu teuer

Exemplarisch fuer diese falsche Vorstellung ist, dass viele Urlauber nach Paraguay kommen und erwarten, dass hiesige Geschaeftsleute sie umsonst bedienen. Preise insbesondere hart arbeitender deutscher Anbieter (ich rede nicht von Anbietern ueberteuerter Immobilien) werden hinterfragt, als ueberhoeht kritisiert, die realen Kosten der Dienstleistungen und das unvergleichbar erhoehte Geschaeftsrisiko bei niedrigen Ertraegen gar nicht begriffen.

Einwanderungsberatung, Immobiliensuche, Besichtigungstouren, Abhol- oder Bringservice, Einkaufshilfe, Kontakt- und Know How-Vermittlung, Uebersetzungen, technischer Rat,.... umsonst bitteschoen!

Bekommt man das auf Mallorca oder in der Tuerkei auch umsonst? Oder in Spanien oder in Thailand? Eben! Man wuerde es nicht erwarten und auch gar nicht auf die Idee kommen, dass es so sein koennte.

Und auch hier wird nur mit Wasser gekocht! Ohne soziales Netz, Kurzarbeitergeld, Schlechtwettergeld, Krankengeld, ohne BU-Versicherung, ohne Hartz IV, ohne Kindergeld - zu 100 % eigenverantwortlich und das mit Stolz.

Die Leute, Deutsche oder Nichtdeutsche, die hier wohnen und arbeiten, um ihre Familien zu ernaehren, sind freundlich und leistungsbereit. Allerdings haben sie eine Gewinnerzielungsabsicht (wie Sie in Ihrem regulaeren Arbeitsumfeld) und nicht nur das Bestreben, dem Neuzuwanderer oder Urlauber alle Probleme abzunehmen. Ich halte das fuer legitim.

Glauben Sie bitte nicht, ich uebertreibe hier. Sie wuerden nicht fuer moeglich halten, was man so alles erlebt...

Es gibt in Kommentaren zum Bauvertragsrecht in Deutschland amuesante Zitate zur "Schenkungsvermutung der deutschen Bauwirtschaft".

Hier in Paraguay kaempfen wir einen ungleichen Kampf gegen die "Schenkungsvermutung" potentieller Neuzuwanderer und selbsternannter "Kenner" Paraguays.

(Etwas Zynismus sei erlaubt, ... muss ja mal gesagt werden zur Ehrenrettung vieler Deutscher, die hier bei vollem Eigenrisiko etwas aus dem Boden stampfen und sich jeden Tag hart ihr Geld verdienen...)

3. Da kann ich dann schon irgendetwas arbeiten

Selten so gelacht! Was denn? Paraguay ist ein tolles Land, liebenswert, mit phantastischen Menschen. Paraguay hat aber fast keine Industrie. Es hat einen sehr kleinen Binnenmarkt mit etwa fuenf Millionen Menschen, von denen sicher mehr als die Haelfte kein geregeltes Einkommen haben. Ein weiterer Teil lebt an oder unter der Armutsgrenze. Paraguay ist ein reines Agrarland, das zudem noch von findigen Brasilianern und Mennoniten dominiert wird, was den Getreideanbau, die Milch- und Viehwirtschaft betrifft.
Handwerksarbeiten werden i. d. R. innerhalb der Familie vergeben oder selbst erledigt. Wo, bitteschoen, sieht ein Bankangestellter, Chemiefacharbeiter, Lehrer, CNC-Dreher, usw. hier eine Luecke fuer einen nachhaltigen Lebenserwerb?

So, das war hart, aber die Richtung stimmt.

Wer sich hier seinen Hobbys widmen moechte oder sich selbst finden, aussteigen, Selbstversorger versuchen, seinen Lebensabend mit einer Pension verbringen, der ist hier richtig und wird gluecklich werden.

Es ist zwar korrekt, dass es hier auch Beispiele von erfolgreichen Existenzen gibt, aber die basieren alle auf sehr harter Arbeit, Kapitaleinsatz, Knowhow, Beziehungen und Selbstbeschraenkung.

Viele Deutsche, i. d. R. keine Profis, betreiben gutgehende Restaurants, andere arbeiten in Nischen mit Ziegenprodukten, Raeucherwaren, Brotwaren, usw.

Diese "naheliegenden" Bereiche sind aber abgedeckt, so dass eine Geschaeftsidee schon sehr gut sein muss, um nicht am Ende einen weiteren Immobilienverkaeufer hervorzubringen, ohne, dass ich diesen Berufszweig diskreditieren moechte. Es ist nur so, dass ein kleiner Markt nur eine gewisse Anzahl an Immobilienhaendlern vertraegt.

Warum meinen Sie, ist es wohl so, dass von den in der Kolonie Independencia vor kurzem noch existierenden sieben Restaurants drei geschlossen haben und mindestens eines zum Verkauf steht? Warum sucht eine Baeckerei mal wieder einen neuen Besitzer? Das nennt man Marktbereinigung, und es sollte Ihnen eine Warnung sein, rosaroten Traeumen nachzuhaengen, dass man mit einer Cocktail-Bar DEN Hit landen koennte (war uebrigens mal unsere eigene naive Idee...)

Fuer gelernte Handwerker, die Qualitaet abliefern und ein ins Gefuege passendes Einkommen ansetzen, sehe ich dagegen gute Chancen, dass sie sich den Lebensunterhalt verdienen koennen.

Das Thema ist weitlaeufig, und es sprengt den Rahmen, es an dieser Stelle noch weiter auszufuehren. Auf Wunsch beraten wir Sie jedoch individuell und im Detail.

4. Da brauche ich nicht viel zum Leben

Man kann sagen, dass ein Ehepaar, ggfls. auch mit Kleinkind, hier durchaus normal und gut von 6,5 Millionen Guaranies leben kann. Das ergibt bei einem Umrechnungskurs von aktuell (15.03.2014) ca. 5.800 Gs pro Euro einen Betrag von 1.120 Euro pro Ehepaar oder 560 Euro pro Erwachsener.

Normal leben heisst fuer mich, dass man regelmaessig zu Hause kocht und isst, hin und wieder mal ein Restaurant besucht und im uebrigen so lebt, wie normale Leute der Mittelschicht in Deutschland auch. Kein Luxus aber gehobenes Niveau. Sie koennen natuerlich auch mit weniger auskommen, naehern sich dann aber einem Niveau und Lebensgefuehl an, dass normale Mitteleuropaeer nicht als anstrebenswert empfinden.

Enthalten in unserem Ansatz sind alle Einkaeufe fuer Kueche und Bad, Miete, Strom, Wasser, Kontofuehrung, Telefon, Kabel-TV, Internet, Kreditkarten, Lebens- und Unfallversicherungen in Deutschland, Krankenversicherung, Medikamente, Autosteuer, -versicherung, -reparaturen, Treibstoffe, Freizeit, Kleidung, Restaurantbesuche. Jetzt alle Einzelpreise aufzufuehren, wuerde zu weit fuehren und wenig bringen, oder wissen Sie aus dem Kopf, was ein Pfund Paniermehl in Deutschland kostet?

Ein weiteres Kind wuerde durch Mehrkosten inkl. Krankenversicherung, Schulkosten (Privatschule, Uniform, Schultransport, Buecher, etc.), Kleidung, usw. mit etwa 1 Million zu Buche schlagen.

Wenn Sie sich mit dem Gedanken tragen, eine Haushaltshilfe einzustellen, so muessen Sie da je nach Ausgestaltung der Vereinbarung mittlerweile auch ca. 600.000 - 800.000 Gs pro Monat (6-Tage-Woche) plus Weihnachtsgeld plus bezahlten Urlaub ansetzen, wenn Sie nicht Gefahr laufen wollen, einer Arbeitsrechtsklage, die Sie verlieren werden, Tuer und Tor zu oeffnen; bei Gestellung von Zimmer und Verpflegung entsprechend weniger.

Ein Gaertner kostet zwischen 30 und 40.000 Gs pro Tag. Vorsicht mit dem Arbeitsrecht! Im Arbeitsrecht gilt in Paraguay bei nachgewiesenem Arbeitsverhaeltnis die Beweislastumkehr. Der Arbeitgeber muss nachweisen, dass die Klage des Angestellten unbegruendet und die Anschuldigungen falsch sind. In weit ueber 90 Prozent der Faelle verliert der Arbeitgeber bei Arbeitsrechtsprozessen und zahlt neben seinem eigenen Anwalt den - herabgesetzten - "Anspruch" des Klaegers und ggfls. auch dessen Anwaltskosten zzgl. Prozesskosten.

Die Preise des taeglichen Lebens steigen seit Jahren stark an, so dass man nicht sklavisch an den genannten Richtwerten festhalten sollte. Saisonbedingt gibt es auch Preisruecksetzer, aber die Tendenz zeigt eindeutig nach oben, so dass Sie Ihr monatliches Budget mit ausreichend "Luft" kalkulieren und nicht schoen rechnen sollten.

Ein extrem wichtiger Punkt ist in diesem Zusammenhang der Wertverfall des Euros und die sich daraus ergebenden Nachteile bei Leuten (Rentnern), die von diesem Transfer-Einkommen leben!

Damit Sie wissen, was ich damit meine: als ich nach Paraguay kam, war der gerade eingefuehrte Euro noch ca. 8.200 Gs. wert. Zwischenzeitlich waren wir bei knapp 5.000 Gs/1 Euro, und momentan stehen wir bei etwa 5.800 Gs. Wenn Sie also am Anfang bei 1.000 Euro Rente noch 8,2 Millonen Gs bekamen, erhalten Sie jetzt ca. 5,8 Millionen Gs. Das sind immerhin fast 30 (!) Prozent weniger. Ich glaube nicht, dass die jaehrlichen Rentensteigerungen da mithalten. Wenn man da am Anfang bereits alle Reserven eingesetzt hat, dann wird es jetzt eng.

5. Ich suche Schutz und Landsmannschaft anderer Deutscher

Eigentlich naheliegend. Andererseits - rueckblickend betrachtet - naiv. Auch dieses Thema ist weitlaeufig, so dass ich mich auf ein paar wenige Punkte beschraenken will.

Paraguay ist ein atemberaubendes Land, viel groeßer als Deutschland, und die "deutschen" Siedlungsgebiete machen einen winzigen Teil aus. Warum sollte ich mich, ohne das Land bereist zu haben, darauf festlegen, Grund und Boden (teurer als anderswo) kaufen und mich in den Kreis integrieren, aus dem ich eigentlich doch ausbrechen wollte?

Wenn Sie sich in Paraguay integrieren wollen, meiner Ansicht nach die Basis fuer ein glueckliches Leben hier, und wenn Sie ueber die Zugehoerigkeit zum Deutschen Skatclub, dem Deutschen Sportverein und dem Kegel- oder Tennisverein hinausgehen wollen, dann waere es vermutlich angebrachter, in einer Region zu siedeln, wo man mehr unter Paraguayern ist. Auch der Sprache und der kulturellen Integration ist das ganz sicher zutraeglicher.

Wer erst einmal erfahren hat, dass man in Independencia eigentlich auch ohne auslaendische Sprachkenntnisse zurecht kommt, der wird traege und lernt weder Spanisch noch Guarani. Damit verschliessen sich dann aber auch Tueren zum wirklichen paraguayischen Leben mit seinem Zauber, seinen Anekdoten und Fabeln, seinen Festen, seiner Religion, seinen Witzen, ...

Es gibt den Spruch "Huete Dich vor Sturm und Wind und Deutschen, die im Ausland sind." Wenn Sie der Ansicht sind, in Paraguay eine eingeschworene Landsmannschaft vorzufinden, die Ihnen beim Start Halt gibt und Ihre Projekte, Geschaeftsideen und Ihren Erfolg unterstuetzt, foerdert und mittraegt, dann muss ich Ihnen leider sagen, dass Sie sich von diesen Hoffnungen moeglichst schnell verabschieden und wieder auf den Boden der Tatsachen kommen sollten.

Wenn Sie bei Ihrer Geschaeftsidee oder fuer Ihr Einkommen in Paraguay auf hier lebende oder neu zuwandernde Landsleute vertrauen, dann wackelt Ihr Geschaeftsmodell bedenklich. In der Regel werden Sie dagegen bestenfalls auf Zurueckhaltung treffen, haeufiger auch auf Missgunst, Neid und Schadenfreude, wenn Ihr Start nicht ganz so reibungslos ablaeuft. Wer gibt auch schon gern zu, dass er selbst nichts auf die Beine bekommt, sich total verkalkuliert hat oder gescheitert ist. Da kann und darf es einfach nicht sein, dass der Nachbar oder Neuling mit seiner Idee und seinem Einsatz Erfolg hat. Ist ja auch nicht schoen, weiterhin als haessliches Entlein dazustehen, waehrend nebenan der schoene Schwan heranwaechst. Zudem ist es bedeutend einfacher, Ideen und Investitionen anderer kaputt zu reden, laecherlich zu machen oder ganz offen zu sabotieren (Blogs sind uebrigens ein tolles Instrument dafuer), als selbst etwas Bestaendiges und Schoenes zu schaffen. Ein Podium dafuer findet sich immer, wenn man weit genug unten fischt.

Ich meine damit ausdruecklich nicht die sogenannten Kolonisten, Deutschstaemmige, die seit Generationen hier leben, i. d. R. Land- und Viehwirtschaft betreiben, die paraguayische Mentalitaet und Lebensweise verinnerlich haben und ueber die Jahrzehnte feste Bindungen untereinander aufgebaut haben. Diese aehneln in ihrem Auftreten und Konsumverhalten gluecklicherweise eher unseren paraguayischen Gastgebern.

Sind Sie etwa stolz auf Ihre Arbeit, Ihr Vorankommen, Ihren Einsatz unter erschwerten Bedingungen oder andere Sekundaertugenden, und wollen Sie das mitteilen, die Freude daran teilen? Tun Sie das lieber nicht. Facebook kann teuflisch sein. Ich kenne Leute, die das aus einem Impuls heraus unvorsichtigerweise getan haben, vielleicht auch als Leitfaden fuer andere, die vor aehnlichen Problemen stehen oder einfach, um sich selbst zu motivieren. Vielleicht ernten Sie dafuer sogar etwas lauen Zuspruch.

Viel wahrscheinlicher, so gut wie sicher aber ist, dass Ihre Texte auf Rechtschreibfehler, Ihre technischen Erklaerungen auf den Sachverstand untersucht werden (dafuer wird dann auch gern mal gegoogled), der legale Erwerb der eingesetzten finanziellen Mittel oder generell Ihre Motive fuer soviel "Protzerei" oeffentlich (Facebook) hinterfragt werden. Viele Gestrandete, Gescheiterte und Enttäuschte werden Ihre Freude an der eigenen Leistung und am erarbeiteten Erfolg als Finger in der Wunde und anmassenden Angriff auf die eigene Unzulaenglichkeit in puncto Aufbauarbeit verstehen. Um die Ecke gedacht? Na, dann probieren Sie es doch einfach einmal. Sie koennen bei FB sehr gut verfolgen, wie sich der Ton der Kommentare aendert.

6. Meine Einwanderungsdokumente mache ich selber

Ja. Sicher. Viel Spass dabei!

Die Antragstellung ist nicht geheimnisvoll oder schwierig. Sie ist lediglich muehsam, weil mehrere verschiedene Behoerden aufgesucht werden muessen und es keinen "Laufzettel" gibt, an dem man sich orientieren koennte.

Die Art der geforderten Dokumente und deren Aufmachung aendern haeufig und ohne Vorankuendigung. Da kann auch die Deutsche Botschaft nicht helfen.

Ausserdem muss man sich in der Regel auf laengere Wartezeiten einrichten.

Insbesondere, wenn man mit dem Verfahren nicht vertraut ist, wird man manche Amtsstube haeufiger aufsuchen muessen, bevor man den Anforderungen an Form der Antragstellung und Art und Aufmachung der beizubringenden Dokumente genuegen kann.

Der Prozess der Beantragung kann zwischen einem Tag und einer Woche dauern, je nachdem, wie gut man sich auskennt und vorbereitet hat. Selbstverstaendlich ist es unerlaesslich, die Landessprache fliessend zu beherrschen.

Fuer Kinder ist dieser Prozess sehr anstrengend, aber sie muessen leider mit, da Fingerabdruecke genommen, Fotos gemacht und Unterschriften geleistet werden muessen.

Da ist es schon besser, wenn alles sauber vorbereitet wird und man persoenlich lediglich zu den Fototerminen und zum Leisten der Unterschriften erscheinen muss, was dann vielleicht einen halben Tag in Anspruch nimmt.

Die Beantragung der paraguayischen Dokumente durch den Neueinwanderer selbst wird sicher langwieriger und in der Regel kostspieliger als die Einschaltung eines fair abrechnenden Mittlers, denn es geht ja nicht nur um die Kosten der Dokumente selbst. Hinzu kommen Hotelkosten, Restaurant-Besuche, eventuell mehrere Anreisen, Taxi-Fahrten und ggfls. erhebliche Kosten fuer Dokumente, die aus Deutschland nachtraeglich beschafft werden muessen, weil sich mal wieder Bestimmungen geaendert haben.

Weiterhin verfaellt die Gueltigkeit mancher Dokumente im Verlauf des Bearbeitungsprozesses, und man muss diese dann neu beschaffen und einreichen, was durchaus zu erheblichen Problemen und Kosten führen kann.

Wer das alles weiss und kann, mag diesen Weg gehen. Allerdings unterstelle ich, dass in den allermeisten Faellen die tatsaechlichen Kosten ueber denen eines professionell arbeitenden Einwanderungsberaters liegen werden, was man aber natuerlich nie zugeben wird!

Es gibt mittlerweile Einwanderungsberater in Huelle und Fuelle. Eine Handvoll arbeitet seit Jahren in der Branche und ist aeußerst professionell und serioes. Wen wir empfehlen? Uns! Wen denn sonst? Schauen Sie auf unserer Webseite doch bei Interesse gern mal in die entsprechende Rubrik unter Info-Bausteine

Dann gibt es noch die Sparte "Trittbrettfahrer" und "Abzocker", die, angelockt von angeblich grossen Gewinnmargen mit ihrem radebrechenden Spanisch ahnungslose Touristen mit scheinbar geunstigen Angeboten locken, die reale Gebuehren und unbestreitbaren Aufwand voellig ausblenden, bis die gutglaeubigen Auftraggeber merken, dass nach der Anzahlung gar nichts mehr passiert, die Dokumente verschwunden sind, sie keine Rueckmeldungen mehr bekommen, ihre "Experten" auf "unvorhersehbare Probleme" stossen oder jede Menge zweifelhafte Nebenkosten auftreten, ...

Ich selbst bin schon mehrfach angesprochen worden, in solchen Notfaellen dann den Karren aus dem Dreck zu ziehen, Hilfestellung und Tipps zu geben.... (umsonst bitteschoen)

Mein Mitleid haelt sich in solchen Situationen in engen Grenzen, denn es gibt genuegend Moeglichkeiten, sich vorher zu informieren und die Spreu vom Weizen zu trennen. Manch einer ist aber "so gut informiert", dass er die jahrelange Erfahrung der Spezialisten in den Wind schlaegt oder aber (s. oben) die dafuer geforderten Gebuehren fuer uebertrieben haelt.

Geiz ist geil? OK, aber bitte hinterher nicht jammern!

7. Second Life

Paraguay hat schon seinen Reiz. Es ist schwer zu beschreiben, was den vielen Zuwanderern hier so gefaellt, dass sie hier wohnen wollen, denn es gibt unuebersehbar viele Probleme, die wir hier mal lieber nicht weiter besprechen wollen.

Recht treffend – zumindest habe ich bisher keine bessere Definition gehoert – beschreibt ein ehemaliger Gast und Freund sein Heimweh nach Paraguay: “ein unaufhaltsam anwachsendes Gefuehl, wie ein melancholisches Liebeslied”. Danke Axel!

Unter anderem – das haben wir schon gesehen – verleitet der Zauber Paraguays dazu, Vorsicht, Bildung und Menschenverstand der Einfachheit halber durch blinde Naivitaet zu ersetzen. Fast wie im Himmel: man sieht nur das Gute im anderen. Ist ja auch eine lobenswerte Einstellung, wenn sie denn nur erwidert wuerde. Obwohl.. auch der “Angesprochene” sieht das Gute im Neuzuwanderer: sein Geld.

Diese voruebergehende Trunkenheit erinnert an eine richtige Sause, wo man mit Gott und der Welt Bruederschaft trinkt, waehrend die Nuechternen nur amuesiert die Koepfe schuetteln, bis am naechsten Morgen neben dem Blackout der Kater kommt und der bange Blick, wer denn nun wohl neben einem im Bett liegt.

So, liebe Leute, geht es – im uebertragenen Sinne natuerlich – hier sehr, sehr vielen lieben Menschen, die eigentlich nur in Frieden hier leben moechten und zu aufgeschlossen auf die vielen Hilfsangebote eingehen. Zumindest, wenn man von gestern noch Unbekannten die Worte "billiger", "gratis" oder "Freundschaftspreis" hoert, sollte man doch misstrauisch werden!

Ein weiteres interessantes Phaenomen ist, dass sich hier wie in einem Schmelztiegel der Geschichte neben langweiligen “Normalsterblichen” auch jede Menge Ufologen, Anhaenger von Erzengeln, Neonazis, Waffen-Freaks, frustrierte Banker, Holocaust-Leugner, Steuerhinterzieher, Chemtrail-Fluechtlinge, Ex-Fremdenlegionaere, Spanien-Rueckkehrer, Weltuntergangspropheten, Verschwoerungstheoretiker, Neurodermitis-Kranke (und hier -Geheilte), Katzenfreunde und Goldsucher zusammenfinden.

Paraguay als neues Land der unbegrenzten Moeglichkeiten, multi-kulti ohne Gruene, der wirklichen Meinungsfreiheit und der gesicherten Abendunterhaltung, wenn man die Toleranz mitbringt, sich auch einmal unbequeme oder unorthodoxe Meinungen anzuhoeren.

In Deutschland wuerde dieses Spektrum an Extremen wohl mit Demos und Gegendemos, Kopftuchverbot, Klagen wegen Volksverhetzung und Versammlungsverbot enden. Hier mit ein paar Bierchen, harten Macho-Spruechen, dem Vergleich von Tatoos, Augenverdrehen und der Freude ueber die Meinungsvielfalt.

Wenn Sie mal Spass haben wollen, fragen Sie Ihren Gespraechspartner nach seiner Vergangenheit, vor seinem neuen Leben in Paraguay. Sie werden sich wundern, wieviele Geschaeftsfuehrer von Unternehmen mit Filialbetrieben, Banker, Prokuristen, Kuenstler, Sicherheitsexperten, KSK-Einsatzkraefte und dergleichen sie hier finden. Dass Deutschland einen derartigen Abfluss an Fuehrungkraeften verkraftet, haut einen schlicht um. Ich jedenfalls habe noch nie mit einem Maurer, einem Obstverkaeufer oder einer Sekretaerin gesprochen, es sei denn, wir kannten uns schon vor Beginn der neuen Identitaet.

Mein Bruder, Creme28, erzählte mir einmal von einem suechtig machenden, ehegefaehrdenden Online-Spiel, “Second Life”, wo man neue Identitaeten annehmen kann und sogar flirten. Hier ist “Second Life”, aber live und zum Anfassen!!

8. In Paraguay trennen sich viele Paare

Heikles Thema. Hier ein paar gesammelte, nicht repraesentative Meinungen:

"In Paraguay werden die Karten neu gemischt. Viele Partnerschaften, die hier enden, Hand aufs Herz, waren auch in Deutschland nicht mehr das Gelbe vom Ei."

"Woran liegt es denn, dass viele deutsche Maenner den paraguayischen Frauen hinterher schauen? Reiner Instinkt und Schwaermerei fuer alles Schoene! Meist beschraenkt es sich ja darauf, aber einige gehen in die Tiefe, haben Verhaeltnisse, paraguayische Freundinnen, einige wenige auch paraguayische Ehefrauen."

"Hier ist der Wettbewerb haerter! Die paraguayischen Frauen sind eben noch weiblicher. Sie sind nicht unbedingt alle huebsch, auch nicht alle superschlank, aber sie sehen noch wie Frauen aus! Ein voellig neues Lebensgefuehl! Sie tragen ihr Haar, wie Maenner sich die Haare der Frau wuenschen: lang! und nicht wie Demi Moore in Die Akte Jane!"

"Paraguayische Frauen tragen figurbetonte, modische Kleidung, und sie wissen sich anmutig zu bewegen. Sie tragen ROECKE, auch kurze!! Deutsche Frauen wissen vermutlich gar nicht mehr, wie die aussehen oder wo es die gibt."

"Hosen, weite Pullis und Strumpfhosen sind eine tolle, praktische Erfindung, aber hier sprechen wir doch vom Wettbewerb weiblicher Reize und dem Vermoegen, das Tier "Mann" in einer Konkurrenzsituation zu halten. Mit Latzhose, kurzen Haaren, Jesus-Latschen und Katze auf dem Schoss kommt man nicht mal aus dem Startblock!"

"Paraguayische Frauen sind witzig, unterhaltsam und selbstbewusst, aber sie haben auch kein Problem damit, in die Rolle der Hausfrau zu schluepfen, zu kochen, zu putzen, die Kinder zu versorgen, den Mann zu verwoehnen, ihm ein Heim zu bieten und in dem Glauben zu lassen, er waere der Herr im Hause. Nein! Ich bin kein Sexist!!"

"Ich behaupte, mancher Mann hier, er mag es zugeben oder nicht, schmueckt sich mit seiner paraguayischen Gefaehrtin wie mit einer huebschen Feder. Am Anfang jedenfalls. Spaeter betruegt sie ihn vielleicht, raubt ihn aus oder heiratet ihn. Dann kehrt auch da die Normalitaet ein, aber nicht so wie in Deutschland!"

"Die letzte Blondine mit tollem langen Haar, die ich in Deutschland sah, war ein Mann!"

Ein schwieriges, emotionsgeladenes Thema, das sicher von der individuellen Lebenssituation und Beziehungstiefe abhaengt. Ob das Trennungsrisiko in Paraguay groesser, die Trennungsbereitschaft hoeher ist, die einheimischen Frauen sexier sind, die deutschen Maenner hier ihren zweiten Fruehling fuehlen?

Ich persoenlich vermute, aber das ist meine ganz persoenliche Meinung, dass wir auch hier das Phaenomen der Realitaetsverweigerung sehen, wo mancher Mann dem Irrtum aufsitzt, die attraktive Frau Anfang zwanzig an seiner Seite fahre auf seine Halbglatze, den Bauchansatz, die Erotik des Rentenalters und sein holpriges Spanisch ab.

Gleichzeitig scheint mir Paraguay, hier als Synonym fuer jeden Neuanfang mit Aufbruchstimmung, Schwung und Euphorie irgendwo auf der Welt, so eine Art "Katalysator" zu sein, der Entwicklungen verstaerkt und akzentuiert und damit auch Beziehungen sich schneller entwickeln laesst, in die eine wie die andere Richtung.

Also sollte man fuer das Scheitern des einen oder anderen in beruflicher, finanzieller oder privater Hinsicht nicht vorrangig die Schuld in Paraguay suchen sondern zunaechst einmal unvoreingenommen die eigenen privaten Verhaeltnisse daraufhin durchforsten, was da in den letzten Jahren so alles unter den Teppich gekehrt, beschoenigt oder einfach ausgeblendet wurde.

Ketzerisch koennte man sagen: wenn Sie hier Ihren Mann oder Ihre Frau loswerden (auch das gibt es!), dann seien Sie doch froh, denn diese Beziehung haette in einer Notsituation doch sowieso versagt! So haben Sie zumindest beizeiten die Chance auf einen Neuanfang und muessen mit dem Schnoesel nicht auch noch alt werden!

Was mich andererseits auf die Palme treibt, ist die haeufig von i. d. R. erst seit kurzem in Paraguay wohnenden Deutschen ungefragt geaeusserte weltmaennische Meinung, dass in Paraguay doch sowieso jede (wohlgemerkt: jede) Frau kaeuflich sei.
Ja, was soll man dazu noch sagen? Zumal, wenn man selbst mit einer tollen paraguayischen Frau seit Jahren gluecklich verheiratet ist?
Man kann sich vor so viel Weisheit entweder nur noch verneigen oder zu bedenken geben, dass der, der sich mit Dreck umgibt und fuer ein paar Guaranies im Puff-Milieu suhlt, kaum einen anderen Eindruck gewinnen kann.
Derbe Worte, aber ich denke, diese sind bei soviel Arroganz und pauschaler Geringschaetzung angebracht.

9. Euphorie und Naivitaet schlagen Hirn und Skepsis

Wuerden Sie in Deutschland einen Hauskaufvertrag unterzeichnen, den Sie nicht gelesen bzw. verstanden haben, den ausgerechnet der Verkaeufer Ihnen "interpretieren" will?

Wuerden Sie einer Urlaubsbekanntschaft, über die sie nichts wissen, Tausende von Euros ins Ausland ueberweisen, damit diese fuer Sie vorbereitend Auftraege erteilt, Zahlungen taetigt, investiert - ohne wasserdichte Vertraege und Sicherheiten?

Wuerden Sie das Kapital Ihrer Familie in ein Traumhaus investieren, bevor Ihnen das Baugrundstueck gehoert (s. auch Punkt 13)?

Nein?

Hier in Paraguay ist das bei Neuzuwanderern durchaus nicht selten.

Verstehen Sie das? Muessen und sollten Sie auch nicht!

Es ginge doch nicht anders? Aber natuerlich geht es anders und sicher!

Man koennte wirklich meinen, die Einfuhr des eigenen Gehirns nach Paraguay waere verboten, und es muesse an der Grenze abgegeben werden.

Manche haben Glueck mit dieser absolut unangebrachten Gutglaeubigkeit oder Naivitaet, viele haben aber auch kein Glueck, bezahlen fuer die Missachtung jeglichen gesunden Menschenverstandes, verlieren ihr Geld und klagen, ohne Sprachkenntnisse, ohne Kenntnis des Rechtssystems, ohne grosse Aussicht auf Erfolg, haeufig auch noch, um zu allem Ueberfluss einem korrupten Anwalt in die Haende zu fallen (in Villarrica soll es etwa 1900 (!!) Anwälte geben, viele sehr professionell und serioes, viele aber auch ohne Auftraege und ohne Aussichten).

Wenn Sie Paraguay eine Reise abstatten, werden Sie auf viele Leute stossen, die eben diese Erfahrungen schmerzhaft gesammelt haben, die auf "die Falschen" gehoert haben, welche anonym an irgendeinem Wirtstisch oder mittlerweile auch im Internet wie z. B. in irgendwelchen Foren oder Facebook-Gruppen sitzen und mangels anderer Beschaeftigung ihr "Wissen" und ihre "Hilfe" anbieten.

In Paraguay, gerade hier, laeuft Ihnen nichts davon, nur weil Sie Vorsicht walten lassen, lieber noch einmal darueber schlafen, sich absichern und eine weitere Meinung oder auch sachverstaendigen Rat einholen, denn das ist auch hier sehr wohl moeglich, und es wird am Ende erheblich guenstiger als vermeintlich wohlmeinende Ratschlaege gescheiterter Raubritter.

Einige typische Fehler durch uebereiltes Handeln:

- voellig ueberteuertes Grundstueck
- anfechtbarer Kaufvertrag (s. unten)
- Kauf im Einzugsbereich einer Zuckerrohrfabrik (Geruchsbelaestigung durch Faulschlamm)
- Kauf in einer Senke oder stauwassergefaehrdetem Gebiet
- Kauf eines Grundstuecks, das nicht dem gezeigten entspricht
- Kauf eines Grundstuecks, das dem Verkaeufer nicht gehoerte
- Kauf eines Grundstuecks mit Einspruchsrechten Dritter
- Kauf eines Grundstuecks ohne Notar und - bei Nichtbeherrschen der spanischen Sprache - ohne Uebersetzung des Kaufvertrages durch einen neutralen, zugelassenen und eingetragenen Uebersetzer mit der Gefahr, dass sich eine Vielzahl an unbekannten Bedingungen im Kaufvertrag oder Belastungen auf dem Grundstueck finden
- voellig ueberteuerte und/oder schlechte Bauausfuehrung
- falsche Vorstellung von den Bau-Nebenkosten wie Brunnenbau, Zufahrt, Anbindung an das E-Netz, Kosten der Umzaeunung, usw.
- unvorteilhafte Nachbarschaft
- grosse Entfernungen zu Einkaufsmoeglichkeiten, Schulen, usw.
- Nichtpassierbarkeit der Zuwegung bei gewissen Wetterlagen
- unguenstige Lage oder schlechter Boden im Hinblick auf ggfls. angedachte Geschaeftsidee
- usw.

Das ist uebrigens kein typisch paraguayisches Risiko oder Phaenomen. In Deutschland ist das genau das Gleiche mit insolventen Bautraegern und betruegerischen Zeitgenossen. Allerdings wird dort niemand derart leichtsinnig und leichtglaeubig agieren wie viele es hier tun. Beispiele dafuer gibt es zahlreiche.

GRUNDSAETZLICH - lassen Sie sich da bitte von interessierter Seite nichts anderes erzaehlen - gilt fuer alle Notarvertraege (Autokauf, Testament, Vollmachten, Grundstuecks- und Immobilienkauf, etc.) folgendes:

Buerger, die der spanischen Sprache nicht ausreichend maechtig sind, muessen zu ihrem eigenen Schutz und damit dieser Notar-Vertrag nicht a n f e c h t b a r ist (bedenken Sie die grausame Konsequenz dieses Wortes fuer Ihre Zukunft und die Ihrer Familie!!), einen traductor público matriculado, also einen Uebersetzer mit oeffentlicher Zulassung (und entsprechendem Ausweis der Corte Suprema de Justicia) hinzuziehen, der mit dem Antragsteller und Notar den Text in der Muttersprache des Antragstellers vorbereitet, ihn anschliessend ins Spanische uebersetzt und mit Siegel und Namen fuer seine Leistung  v e r a n t w o r t l i c h  zeichnet.

Seien Sie in Ihrem eigenen Interesse misstrauisch, wenn man Ihnen als viel guenstigeren Uebersetzer oder aus Zeitdruck (?) den freundlichen Nachbarn, der schon lange hier lebt, den ruehrigen deutsch-sprechenden Paraguayer oder gar (kein Witz!) den Vertragspartner selbst anbietet.

Grundsaetzlich sind Uebersetzungen von Nicht-Profis, die angeblich Geld sparen sollen, Ihre offene Flanke, denn diese haben vor Gericht keinerlei Beweiskraft, genuegen nicht einmal den gesetzlichen Anforderungen, und Sie wissen nicht, wessen Interessen diese lieben Leute am Ende wirklich vertreten.
Ausserdem erlangen Sie bei Rechtsgeschaeften auf dieser Grundlage keine volle Rechtssicherheit, riskieren die Anfechtung, die moeglicherweise sogar von vornherein geplant ist.

Schlechte Ausgangslage auch fuer eine spaetere Beweisfuehrung gegen Leute, die es von Anfang an auf Taeuschung und Uebervorteilung angelegt hatten, aber das erfahren Sie erst im Verlauf des Verfahrens, denn Ihr Anwalt will ja auch Geld verdienen und wird Ihren Auftrag nicht wegen schlechter Aussichten und hoher Kosten (fuer Sie) ablehnen.

Beruecksichtigen Sie diese nachlesbaren Implikationen, wenn Sie den Spar-Tipps mancher "Paraguay-Kenner" folgen wollen, die nur Ihr Bestes im Sinn haben!

Die Ironie des Dramas ist, dass wirkliche, unbestechliche und fair abrechnende Fachleute, denen am Anfang moegliche Standard-Auftraege vorenthalten wurden, am Ende die Kohlen aus dem Feuer holen sollen, wobei selbstverstaendlich erwartet wird, dass sie

- mittlerweile verkorkste und verfahrene Situationen richten,

- rechtliche und vertragliche Fehler heilen,

- mit Misstrauen leben koennen, das eigentlich die Verursacher des Dramas verdient haetten,

- mit Mindesthonoraren, Sonderpreisen und Abrechnung nach vollstaendig erbrachter Leistung oder gar in Abhaengigkeit vom Erfolg einverstanden sind, da ja schon Unsummen den Haien ins Maul geworfen wurden und man nun schlauer sei.

Entscheiden Sie selbst, ob Sie durch Sparen am falschen Ende, ausgerechnet bei den wichtigsten und kostspieligsten Entscheidungen, beim Aufbau der Fundamente Ihrer neuen Existenz, der Sicherung Ihrer Zukunft die spaetere Anfechtbarkeit der Vertraege, das Risiko ueberraschender Klauseln oder bewusst falsche oder lueckenhafte Uebersetzungen juristischer und technischer Fachbegriffe in Kauf nehmen wollen.

Den entsprechenden Gesetzesartikel Nr. 390 finden Sie im Codigo Civil.

Das Auswaertige Amt (www.auswaertiges-amt.de) schreibt dazu in seinen laenderspezifischen Reise- und Sicherheitshinweisen:

"Bei Immobiliengeschaeften in Paraguay ist besondere Vorsicht angebracht:  Informieren Sie sich aus verschiedenen Quellen und vergleichen Sie die Grundstueckspreise. Kaufen Sie nichts, was Sie nicht zuvor besichtigt haben. Pruefen Sie die Eigentumsverhaeltnisse vor dem Kauf ausreichend und lassen Sie sich den aktuellen Grundstueckstitel vorlegen. Immer wieder werden Faelle bekannt, bei denen Land mehrfach verkauft wurde, oder es wird Land von Personen angeboten, die nicht Eigentuemer sind. Grundlage fuer die Uebertragung des Eigentums ist die sog. „escritura publica“, ein notarieller Vertrag, der zur Umschreibung des Eigentums beim Katasteramt vorgelegt werden muss. Die Durchsetzung von Rechtsanspruechen vor paraguayischen Gerichten ist haeufig muehsam und selten erfolgreich. Die Botschaft empfiehlt, in Grundstuecksangelegenheiten einen Rechtsanwalt oder Notar einzuschalten."


10. Betrogen?

Man liest immer wieder, dass Neuzuwanderer betrogen wuerden, zumeist sogar von deutschen Landsleuten. Zugegebenermassen tummeln sich in Paraguay eine Menge seltsamer Gestalten mit entsprechend zweifelhaftem Hintergrund. Aber ich persoenlich denke, dass die meisten "Betrugsfaelle" sich fast zwangslaeufig ergeben, weil viele, nicht alle, Neuzuwanderer mit der inneren Einstellung kommen, sie waeren hier Ansaessigen ueberlegen. Man kennt alles, weiss alles, braucht im Prinzip keinen unabhaengigen Rat. Man haengt sich in Projekte, von denen man nicht die geringste Ahnung hat wie z. B. Rinderzucht, Gastronomie, Aufforstung, Landwirtschaft und vertraut dementsprechend auf Muster-Rechnungen der Anbieter. Man laesst seinem Gefuehl freien Lauf und forciert das Tempo, anstatt zuerst einmal die Richtung zu pruefen. Spaeter dann erfaehrt man, dass andere in der gleichen Gegend fuer einen Bruchteil des Preises gekauft haben. Dass in dieser Gegend schlechte Anbaubedingungen fuer Kartoffeln herrschen, dass gerade dort der Baumwuchs unterdurchschnittlich ist, dass es bei der Rindermast viele Variablen und Unwaegbarkeiten gibt, die die Rendite relativieren. OK. Und wo ist jetzt der Betrug? Wird erwartet, dass der Anbieter oder Verkaeufer sein Produkt schlecht redet, die Risiken und Probleme in den Vordergrund stellt und somit die selbstverstaendlichen Aufgaben des Kaeufers oder Investors wahrnimmt? Es gibt Angebot und Nachfrage, und man kann an jeder Ecke, an jedem Haus Preise und Objekte im Angebot erfragen und sich so einen Ueberblick ueber Preise und Bedingungen verschaffen. Anschliessend nachzutreten und dem Vermittler oder Verkaeufer, der in einem transparenten Markt ein gutes Geschaeft gemacht hat, Betrug zu unterstellen, ist nicht immer gerechtfertigt. Aber wer gibt schon gern zu, selbst voellig uebereilt, naiv, unwissend und - ja, sagen wir es doch ruhig - grosskotzig gehandelt zu haben. Wie auf der Reeperbahn. Man(n) begibt sich in Gefahr, laesst sich heiss machen, wird im Laufhaus auf die Schnelle um ein paar Hunderter erleichtert, und am Morgen danach kommt der Kater, und man unterstellt den aufreizenden Damen, die man gestern noch aus dem Milieu freikaufen wollte, unlautere Geschaeftspraktiken. Etwas mehr Haltung ist manchmal angesagt und etwas mehr Mann/Frau in der Hose.

11. Licht und Schatten

Wo es Licht gibt, gibt es i. d. R. auch Schatten, und wo es viel Licht gibt, gibt es dementsprechend viel Schatten. Aufreizende junge Paraguayerinnen sind fuer alternde Moechtegern-Casanovas ein gefundenes Fressen. Manchmal ist es ein Arrangement: Jugend fuer ein angenehmes Leben. Wenn beide volljaehrig sind, ist da aus meiner Sicht nichts dagegen einzuwenden.
Anders, wenn die jungen Schoenheiten eben nicht volljaehrig sind. Mir selbst, und ich bin kein besonders aufmerksamer Beobachter, sind vier Herren der Schoepfung bekannt, die besonderen Gefallen daran finden, wenn ihre Begleiterinnen "frisch und unverbraucht" sind.

Wie beim Obst auf dem Markt eben, nur widerlicher!

Die Polizei, die Behoerden, die Eltern? Spielen in der einen oder anderen Form oftmals mit, solange das Geld stimmt. Wer Beweise hat, kann dies anzeigen, und moeglicherweise wird der Sache nachgegangen, denn es gibt entsprechende strenge Gesetze. Sie brauchen dann nur noch Zeugen bzw. Geschaedigte, die die Anklage stuetzen. Na, dann suchen Sie mal...

Zudem kann sich der gutmeinende Beschuetzer der Armen und Schwachen ploetzlich und voellig unerwartet - bei i. d. R. entsprechend schwacher Beweislage und Abweisung der Anzeige - mit einer erheblich aussichtsreicheren, sehr teuren und dank Ihrer freundlichen, wenn auch unfreiwilligen, Mithilfe gut fundierten Gegenklage des Angezeigten wegen Verleumdung und uebler Nachrede konfrontiert sehen. Spaetestens zu diesem Zeitpunkt wird auch bei den Leuten, die Ihre Klage anfangs aufmunternd unterstuetzt haben, der Gedaechtnisverlust einsetzen.

Der eine spricht Schulmaedchen auf dem Schul- oder Heimweg an und laedt sie auf einen Abstecher ein. Kurz und knapp und direkt. Muss ja nicht bei jeder klappen, aber bei der einen oder anderen bestimmt. Ein Bier oder zwei, dann laeuft alles wie geschmiert.

Ein anderer macht einen Deal mit den mittellosen Eltern und kauft sich sein "Frischfleisch". Irgendwann wird ja auch die 18 Jahre alt, und spaetestens dann ist es legal.

Ein Greis mietet sich in einem Stall ein, macht auf Fotograf und zahlt seinen blutjungen Models ein "Honorar", wobei die Hoehe in Abhaengigkeit von den "Modell-Qualitaeten" variiert.

Professioneller wird es schon, wenn man eine Bar betreibt, wo insbesondere junge Paraguayerinnen bevorzugten Zutritt haben, wo Alkohol und Joints dann die Atmosphaere schaffen fuer ein ungezwungenes Beieinander.

Ist Ihnen schon schlecht? Mir auch.

12. Eine Frage der Ehre

Die Einstellungen unserer paraguayischen Gastgeber (erlauben Sie mir in diesem Fall bitte die unzulaessige Verallgemeinerung) sind, ab einem gewissen Bildungsniveau, absolut identisch mit denen eines Mitteleuropaeers. Gewalt, Korruption, Drogenhandel, Steuern, Politiker, Sport, Models, Autos, Sex: Sie wuerden es kaum merken, wenn Sie "Popular" mit "BILD" vertauschen wuerden. Wieso dann diese gefuehlte, oft bemuehte "outlaw" Situation? Wieso die rechtliche Unsicherheit und Unkalkulierbarkeit, obwohl der Codigo Civil ans BGB angelehnt ist?

Wenn man bereit ist, tolerant die Existenz einer anderen Lebenswirklichkeit, einer uns fremden Problemloesungsmethodik und "Logik" an sich herankommen zu lassen (also runter vom Podest des deutschen Uebermenschen!), dann ist es eigentlich einfach: weil jeder im Strom der Reichen und Maechtigen, die ausserhalb des Gesetzes zu stehen scheinen und die Richtung des Landes (uebrigens wohl nicht nur hier) bestimmen, mitschwimmen muss, um nicht unterzugehen, und weil jeder sein privates Leben lebt mit seinen eigenen privaten Problemen, die nach "unkonventionellen" Loesungen schreien. Warum soll man paepstlicher als der Papst sein, wenn andere sich durch einen Pakt mit dem Teufel Vorteile schon im Diesseits erschleichen und auf der Ueberholspur des Konsums vorbeiziehen. Toyota Hilux, Cancun, Rio, Villa, Models, ….
Es ist ja nur eine kleine Nothilfe zur Selbstbehauptung oder einfach nur, um Schritt zu halten. Quasi Notwehr. Ansonsten ist man gegen Korruption und Bestechung.

Das Gewerbe blueht.
Ein faehiger Anwalt sagte mir einmal, dass seine hervorragende Ausbildung zweitrangig sei, weil Verfahren anders gewonnen oder verloren wuerden. Die Zulassung sei lediglich die Eintrittskarte, um beim "Jura-Poker" der hohen (Klienten-) Einsaetze ueberhaupt mitspielen zu duerfen. Die Regeln des Spiels stehen dann allerdings weder im BGB noch im Codigo Civil (kennen Sie den Film "Eine Frage der Ehre" mit Tom Cruise?). Die Gesetze bilden den Rahmen, den Ring. Die Kaempfer richten Ihre Strategie und Taktik dann aber weit weniger an den Paragraphen aus als an der konkreten Konstellation der privaten und kollegialen Kontakte, politischen Verbindungen, Verhandlungsgeschick, wirtschaftlicher Macht und Geld. Soweit so gut. Das ist einfach, und das kapieren wir, wenn es auch einen schalen Nachgeschmack des Ausgeliefert-Seins hinterlaesst.

Was lernen wir daraus? Dass man mit seiner typisch deutschen Rechthaber-Mentalitaet, der Kenntnis der Paragraphen und der formalen Ablaeufe nicht unbedingt (bzw. gar nicht) sehr weit kommt. Wir lernen zudem, dass man vieles nicht wird "verstehen" koennen, weil es eben nicht allgemeingueltig, nachlesbar, ableitbar, logisch im bekannten Sinne ist sondern von vielen Variablen beeinflusst wird, von denen man als Anhaenger des westlichen Rechtssystems aber auch rein gar nichts versteht.

Ich habe mich anfangs immer ueber die Gelassenheit vieler Anwaelte gewundert, wenn ich bei irgendwelchen Verfahren als Dolmetscher verpflichtet war. Andererseits: es ist doch nur ein Spiel, spannend, gut bezahlt und vielleicht sogar suechtig machend. Das Spiel der "Macht" (damit kein Missverstaendnis entsteht: Sie sind dabei weder Koenigin noch Laeufer oder Turm. Sie sind der Bauer). Und - nicht zu vergessen - der Anwalt gewinnt immer. Beide natuerlich. Die Rechnung zahlt der Klient. Einer von beiden. Eigentlich egal, wer. Es gibt zudem nicht wenige ordentliche Deutsche, die dem Anwalt bereits vorab in der legitimen Hoffnung auf einen prompten Sieg einen "Vorschuss" in Hoehe einer (fast) lebenslangen Arbeitsleistung (des Anwalts) zahlen. Wo soll da Stress aufkommen?

Nicht vergessen: das Spiel ist vielschichtig, launisch, unberechenbar. Aber mitspielen und gewinnen kann jeder. Wie beim Huetchenspiel. Hueten Sie sich davon, durch hahnebuechene Klagen oder Anzeigen dazu gezwungen zu werden.

Vor diesem Hintergrund sollte man einige “ueberfaellige” Klagen gegen Nachbarn und andere Zeitgenossen, die "hinter Gitter gehoeren" oder einem einfach nur ein Dorn im Auge sind, noch einmal nuechtern ueberdenken.


Angebote   |  Meine Reiseplanung  |   Unternehmen  |   Kooperation   |   Pitogue Campo   |   Kontakt      

Villarrica, Paraguay
Festnetz: +595-541-42 013 Mobil: +595-981-481 705
info@pitogue.com.py, www.pitogue.com.py
Sitio web optimizado para una resolución de pantalla de 1024 x 768 pixeles o superior.
NEODAT. Diseño y Desarrollo de Sitios Web. Asunción, Paraguay