Traeume und Wahrheiten Teil 3

Fortsetzung unserer Reiselektuere "Traeume und Wahrheiten" 

(Da diese Rubrik mittlerweile gut gewachsen ist, stelle ich hier noch ein kurzes Inhaltsverzeichnis der Ueberschriften voran:)

Themen unserer Reiselektuere "Traeume und Wahrheiten", Teil 1:
1. Das Leben in Paraguay ist so guenstig
2. Geschenkt ist noch zu teuer
3. Da kann ich dann schon irgendetwas arbeiten
4. Da brauche ich nicht viel zum Leben
5. Ich suche Schutz und Landsmannschaft anderer Deutscher
6. Meine Einwanderungsdokumente mache ich selber
7. Second Life
8. In Paraguay trennen sich viele Paare
9. Euphorie und Naivitaet schlagen Hirn und Skepsis
10. Betrogen?
11. Licht und Schatten
12. Eine Frage der Ehre

Themen unserer Reiselektuere "Traeume und Wahrheiten", Teil 2:
13. INDERT- oder IBR- oder Fiscal-Land
14. Unter Geiern
15. Drogen - Honi Soit Qui Mal Y Pense

Themen unserer Reiselektuere "Traeume und Wahrheiten", Teil 3:
16. Verwalter gesucht - Freiwillige vor!
17. Paraguayische Frauen
... weitere Themen folgen ...

16. Verwalter gesucht – Freiwillige vor!

Den einen oder anderen trifft das Schicksal derart hart, daß ein Gedanke immer staerker wird und alles Denken dominiert: ich will hier nur noch weg!

Wenn Sie einmal in diese Situation kommen sollten und den Verkauf Ihrer Besitztuemer nicht abwarten wollen oder koennen, dann lassen Sie mich Ihnen einen guten Rat geben:

Informieren Sie sich umfassend, und pruefen Sie gruendlichst und ueberschlafen Sie Ihre Entscheidung mehrmals, wem Sie ggfls. eine Vollmacht (wie der Name sagt: volle Macht) erteilen, Ihren Besitz mit weitreichenden Vollmachten zu pflegen, zu verwalten, zu vermieten oder gar zu verkaufen! Sogenannte Generalvollmachten (poderes generales), die vor einem Notar zu erteilen sind und die von einem vereidigten Uebersetzer zu uebersetzen sind, legen scheinbar bis ins kleinste Detail fest, was der Verwalter veranlassen darf und was er zu verantworten hat. In der Praxis sind Generalvollmachten, noch schlimmer die Generalvollmachten mit weitgehenden Befugnissen (poderes generales amplios) vor allem eines: Blankoschecks!

Wenn Sie so weit sind, dass Sie mit geschlossenen Augen einen Blankoscheck ausstellen wuerden, dann koennen Sie hier aufhoeren zu lesen.

Falls ich jedoch Ihr Interesse wecken konnte, moechte ich Sie im weiteren fuer die Gefahren einer Generalvollmacht sensibilisieren, wenn der Bevollmaechtigte eine Ihnen mehr oder weniger unbekannte Person ist, was deren Geschaeftsgebaren betrifft.

Waehrend Sie sich in Ihrer alten Heimat langsam regenerieren und noch einmal mit einem blauen Augen davongekommen waehnen, laesst es sich Ihr ruehriger Verwalter moeglicherweise schon richtig gut gehen, waehrend seine Berichte Ihnen das ganze Elend seiner Aufgabe schildern. Da wird u. U. munter vermietet, ohne es Ihnen ueberhaupt mitzuteilen oder gar die Mieteinnahmen an Sie abzufuehren. Da werden vielleicht private und fremde Kosten jeglicher Art unter dem Etikett Unterhaltungs- und Reparaturkosten mit Ihnen abgerechnet, und Einrichtungsgegenstaende wechseln schon schnell mal den Besitzer. Sie sind ja weit weg, kommen ohnehin vermutlich nie wieder, und zudem: wie wollten Sie denn rechtlich wirksam BEWEISEN, was bei Uebergabe an Ihren Verwalter konkret im Hause war und in welchem Zustand? Haben Sie noch alle Quittungen mit Seriennummern, Fotos mit Datum der Uebergabe, ein detailliertes Uebergabeprotokoll? Haben Sie daran gedacht, schriftlich ein Honorar zu vereinbaren, oder legen Sie Wert auf das Ueberraschungsmoment am Tage der Abrechnung? Oder glauben Sie, dass dieser Service kostenlos ist oder vermutlich nicht so teuer sein kann?

Bei den Faellen aus meiner beruflichen Praxis kenne ich bisher nicht einen einzigen, bei dem Vollmachtgeber und Bevollmaechtigter sich am Ende nicht gerichtlich auseinandergesetzt haetten. Keine tollen Aussichten, wenn Sie im Ausland sind.

Da manche Situationen nun aber eben einmal einen Bevollmaechtigten erfordern, sollten Sie - wenn schon, denn schon – eine Person Ihres ABSOLUTEN Vertrauens benennen, das beurkundende Notariat selbst aussuchen, und sich den kompletten Text der Vollmacht (nicht nur die sogenannte minuta, also den kurzgefassten, zweisprachigen Auftrag an das beurkundende Notariat) von einem unabhaengigen, nicht involvierten Uebersetzer schriftlich im Vorwege uebersetzen lassen (das geht, da es sich um weitestgehend standardisierte Vertraege handelt, deren Texte durchaus vom Notariat zur Verfuegung gestellt werden), damit Sie hinterher nicht in Ohnmacht fallen, was mit einer Generalvollmacht - wohlgemerkt in Ihrem Namen und auf Ihre Kosten - so alles angestellt werden kann.

Ihre Alarmglocken sollten Sturm laeuten, wenn man Ihnen erzaehlen will, dass man die Vollmacht der Einfachheit halber und um Geld zu sparen (...die Uebersetzung ist ja unnoetig, wir sind uns doch einig, und die ist auch recht teuer...) auch ohne minuta oder gar Uebersetzung des Textes machen koenne. Meiden Sie zudem das Wort irrevocable (unwiderruflich) wie den Teufel, denn eine solche Vollmacht koennen Sie weder widerrufen noch aendern.

Ueberlegen Sie ferner, wie Sie oder das beurkundende Notariat unlautere Nebenabsprachen zwischen Verwalter und Kaeufer aufdecken, kontrollieren oder unterbinden wollen, wenn Sie dem Verwalter auch die Vollmacht zum Verkauf einraeumen. Achtung: das Notariat ist raus. Sie stehen jetzt allein! Wie wollen Sie die tatsaechliche Weiterleitung etwaiger Mieteinnahmen sicherstellen, vertragliche Vereinbarungen oder Verpflichtung hin oder her?

17. Paraguayische Frauen

Paraguay vermittelt dem Reisenden ein unaufhaltsam anwachsendes Gefuehl, wie ein “melancholisches Liebeslied”. So versuchte ein Gast den Zauber dieses Landes zu beschreiben, der den Touristen umfaengt und gefangen haelt, oft noch lange nach dessen Rueckkehr in sein Heimatland.

Neben der urspruenglichen Natur, der Jugendhaftigkeit der Bevoelkerung und der Gastfreundschaft der Menschen tragen dazu sicherlich auch die eleganten, huebschen und sympathischen Frauen bei. Als Auswirkung der moerderischen Kriege, in die Paraguay in der Vergangenheit verwickelt war und aufgrund der Auslandstaetigkeit sehr vieler Maenner liegt die Geschlechterquote nach Angabe mancher Quellen bei 7 Frauen zu 1 Mann, was die extreme Eifersucht paraguayischer Frauen als auch die Kontaktfreudigkeit ungebundener Paraguayerinnen erklaeren mag.

Aufmerksam und kommunikationsfreudig begegnen sie dem Touristen, und es entwickeln sich schnell Gespraeche und Bekanntschaften. Man sollte sich davor hueten, diese mentalitaetsbedingte Freundlichkeit falsch zu interpretieren, denn die zuvorkommende Behandlung von Fremden ist zumindest auf dem Lande eine Frage des Respekts, wobei dem feste Grenzen gesetzt sind. Werte wie Achtung, Ehre und Anstand geniessen hier noch einen hohen Stellenwert. Ein Ueberschreiten gewisser Grenzen des Anstands, die jedem normal erzogenen Erwachsenen bekannt sind, bringen sowohl die paraguayische Frau als auch den allzu vorwitzigen Touristen in Probleme.

Wer sucht, findet natuerlich auch “interessierte” junge Frauen, die Ausschau nach einem angenehmeren Lebensstil halten und praktisch im Vorbeigehen zu erobern sind. Das mag im ersten Moment nett sein, raecht sich aber in der Regel nach kurzer Zeit auf ernuechternde Art und Weise.

Paraguayische Frauen “aus gutem Hause” dagegen werden von ihrer weitverzweigten und allgegenwaertigen Familie behuetet, und es wird grosser Wert auf den Ruf gelegt, denn das Verhalten einzelner Mitglieder faellt auf die ganze Familie zurueck, und der unbefleckte Ruf (nicht zwingend mit Jungfraeulichkeit zu verwechseln) einer Frau ist Voraussetzung fuer eine standesgemaesse Heirat.

Viele eingewanderte Maenner haben paraguayische Partnerinnen fuers Leben gefunden, lernen die Sprachen und integrieren sich problemlos in die paraguayische Gesellschaft.

Trennungen fuehren – durchaus nichts typisch Paraguayisches – zu den unausweichlichen Auseinandersetzungen um Kinder, Absicherung und Materielles, denn beide Partner muessen vor der Familie und der Gesellschaft ihr Gesicht wahren und anschliessend aufrecht und auskoemmlich weiterleben koennen. Insbesondere die Frau, die das elterliche Haus fuer immer verlassen hat, sich in die Obhut ihres europaeischen Partners begab und somit fuer die Zukunft auf Schutz und Unterstuetzung der eigenen Familie verzichtet hatte.

In diesem Zusammenhang gibt es viele pauschale und haeufig unzutreffende Aussagen ueber weitreichende Ansprueche paraguayischer Frauen gegen ihre beispielsweise deutschen Partner.

Tatsaechlich sind die Ansprueche auch aus nicht-ehelichen Verhaeltnissen im Codigo Civil Paraguayo, dem paraguayischen Gegenstueck zum Buergerlichen Gesetzbuch, gesetzlich geregelt.

Der Artikel 84 des Gesetzes 1/92 sagt aus, dass sich nach dem durchgaengigen, eheaehnlichen Zusammenleben beider Partner (concubinato) ueber mindestens vier Jahre eine Zugewinngemeinschaft bildet.

Diese endet mit dem Tod eines der Partner oder durch Aufloesung zu Lebzeiten, also durch Trennung.

Im letzteren Fall teilen sich beide Partner den Zugewinn haelftig. Endet die Gemeinschaft durch den Tod eines der Partner, so steht der haelftige Zugewinn dieses Partners seinen Erben zu.

Es geht also nicht darum, dass beispielsweise der Frau nach der Trennung ein Anspruch auf den haelftigen Anteil an all jenen Guetern zugesprochen wuerde, die ihrem Partner vor dem Eingang der Gemeinschaft gehoert haben moegen, sondern lediglich auf die Haelfte dessen, was zusammen erarbeitet wurde.

Bei Eingehen der Ehe in Paraguay kann zwischen der Guetertrennung und der Zugewinngemeinschaft gewaehlt werden. Wenn keine konkreten Aussagen gemacht werden, wird von der Zugewinngemeinschaft ausgegangen.

Diese Regelung erscheint fair und schuetzt vor allem die Rechte des schwaecheren Partners, i. d. R. der Frau. Sie soll vor dem allzu verantwortungslosen Umgang mit der paraguayischen Weiblichkeit abschrecken, was aber in der Praxis eher weniger funktioniert.

Fuer den Fall, dass man an eine Dame geraten ist, die es eher auf finanzielle Absicherung abgesehen hatte, so kann man sich nach der Trennung, auch vor Ablauf der 4-Jahres-Frist, durchaus auch mit einer Klage konfrontiert sehen. Deren Begruendung mag an den Haaren herbeigezogen sein, beschaeftigt aber dennoch die Gerichte und produziert nicht unwesentliche Anwaltskosten. Hier ist also etwas Vorsicht geboten und ein kuehler Kopf gefragt.

 


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